Archiv für Oktober 2019

A-Foum im November: „Revolten überall – Krieg in Rojava“ (01.11.)

Wir laden alle Interessierten wieder ein, am Fr 01.11.2019 ab 19 Uhr im Infoladen (Autonomes Zentrum, Luxemburger Str. 93) am Offenen Treffen des Anarchistischen Forums Köln teilzunehmen.

Angesichts von Massenaufständen in zahlreichen Ländern weltweit (wie Nordirak, Iran, Ägypten, Algerien, Chile, Ecuador, Haiti, Guinea, Hong Kong, Katalonien) und der Invasion des türkischen Staates in die selbstverwaltete Region Rojava (Nordsyrien) möchten wir mit euch die aktuellen Spannungen zwischen Revolte und Repression diskutieren.

KAF: Solidarität mit den Menschen in Rojava

Das Kurdischsprachige Anarchistische Forum (KAF) hat einen Aufruf zur „Solidarität mit den Menschen in Rojava – Gegen den türkischen Staat und die US-Alliierten“ veröffentlicht, den wir in deutscher Übersetzung weiterleiten:

Es besteht kein Zweifel daran, dass sich die Geschichte wiederholt, wenn man die historischen Erfahrungen ignoriert und was derzeit in Rojava
stattfindet, belegt diese Aussage. Im irakischen Südkurdistan (Başûr) hatte die kurdisch-nationalistische Bewegung von 1961 bis 1975 einen
Krieg für die Unabhängigkeit der Kurd*innen gegen die Regierung des Irak geführt und dabei Hilfe und Unterstützung von den USA Staaten und deren Verbündeten bekommen.

Diese Bewegung brach innerhalb von 24 Stunden zusammen als am 06.03.1975 die Unterstützung durch Mohammad Reza Pahlavi beendet wurde, dem damaligen Staatschef des Iran. Dieser Zusammenbruch wurde verursacht durch das Abkommen [von Algier] zwischen den Regimes in Irak [Hussein] und Iran [Shah]. Die kurdische Bewegung im Nordirak stand mit ihrer bitteren Erfahrung mit den USA während ihres Kampfes nicht alleine da. Tatsächlich ist es so, dass auch andere Bewegungen, die von den USA unterstützt wurden, das gleiche Schicksal teilen mussten.

KAF

Nach all diesen Erfahrungen in der Region war dann 2015 eine weitere politische Partei, die „Partei der Demokratischen Union“ (PYD), in die
US-Falle getreten. Die [dem kurdischen Anführer Öcalan folgende] PYD wurde der Hauptverbündete der Vereinigten Staaten im Kampf gegen die
Terrorgruppe ISIS [“Islamischer Staat“]. Dabei wurden tausende Männer und Frauen ihres militärischen Arms „Demokratische Kräfte Syriens“ (SDF) geopfert, die zu den besten Kämpfer*innen der Welt gehören und denen sich auch viele Ausländer*innen angeschlossen hatten. Von Anfang an stand für uns fest, dass nach [der Befreiung von] Kobane jede Kampfhandlung außerhalb von Selbstverteidigung nicht den kurdischen Interessen in Rojava [syrisches Westkurdistan] dient, sondern den Interessen der USA und Europas.
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